• Lara Selina

Zucker - warum zu viel ein Problem ist



Pünktlich zur Fastenzeit habe auch ich mir etwas vorgenommen. 40 Tage lang möchte ich auf industriellen Zucker komplett verzichten. Das hört sich im ersten Moment gar nicht so schwer an. Klar, verzichte ich eben auf Süßigkeiten. Aber damit ist es längst nicht getan. Denn: Zucker steckt in so so vielen Lebensmitteln, bei denen wir es oft nicht erwarten! Wir konsumieren ihn also oft unbewusst. Da das Interesse sehr groß war und sich auch viele von euch den gleichen Vorsatz genommen haben, möchte ich euch die 40 Tage ein bisschen mitnehmen. Euch erzählen wie es mir so geht, Tipps mit euch teilen, aber auch aufklären, warum Zucker für uns eigentlich so schlecht ist und was er mit uns macht. Nicht umsonst wird Zucker als eine legale „Droge“ bezeichnet.


Bestandsaufnahme - so viel Zucker isst der Mensch im Durchschnitt


Die Anzahl der erkrankten Personen an „Altersdiabetes“ steigt rapide an. Erschreckend ist aber auch, dass zu diesen Patienten immer mehr Kinder und Jungendliche zählen. Kinder, die schon in jungen Jahren übergewichtig sind, keinen Spaß an Bewegung finden und in der Schule gehänselt werden, sind schon längst keine Seltenheit mehr. Schon fast jedes 6. Kind ist in Deutschland heutzutage übergewichtig. Zucker zählt dabei als Hauptursache und hat sich mittlerweile zu den Suchtmitteln Nummer 1 bei Kindern entwickelt. Oft ist es ein Verschulden der Eltern, aber oft ist es auch einfach Unwissenheit über Produkte aus dem Supermarkt. Denn Zucker steckt heute so gut wie in allen verarbeiteten Lebensmitteln.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) sind bei einer Gesamtenergiezufuhr von 2 000 kcal/Tag eine maximale Zufuhr von 50 g freien Zuckern/Tag erlaubt. (Was meiner Meinung nach schon die maximale Obergrenze sein sollte.) (Quelle: https://www.dge.de/presse/pm/empfehlung-zur-maximalen-zuckerzufuhr-in-deutschland/)

Das entspricht circa 3 Esslöffel raffiniertem Zucker bzw. 5 kleinen Löffeln Nutella, ein großes Stück Kuchen oder eine 0,5l Flasche Cola. Dabei enthält bereits schon ein 200 g Becher gekaufter Fruchtjoghurt bis zu 34 g Zucker. Und selbst eine Tiefkühlpizza mit Pepperoni und Käse enthält 22 Gramm Zucker. Wie? Wo? Warum überhaupt? Die schmeckt doch nicht mal danach?



Zucker und seine Auswirkungen auf den Körper


Ihr müsst jetzt ganz stark sein: Der Körper braucht zwar Zucker, aber keinen künstlich hergestellten Haushaltszucker. Den weißen, den ihr so aus dem Supermarkt kennt, den man als Würfelzucker kaufen kann - auf den kann er verzichten. Die Lust auf Zucker kann uns sogar richtig krank machen. Warum sind viele von uns so süchtig nach Süßigkeiten? Warum haben wir manchmal ein so großes Verlangen danach? Dafür gibt es wie so oft verschiedene Gründe.


Problem Nr. 1: Wir sind es leider schon oft von Kind auf gewohnt. Werden mit Süßigkeiten belohnt. Uns wurde ein Gefühl von Geborgenheit und „alles-ist-gut“ vermittelt. Wir kommen also schon sehr früh mit Zucker in Kontakt, obwohl der Körper Haushaltszucker physiologisch gesehen gar nicht braucht. Den Zuckerbestandteil Glukose, den der Körper für Muskeln und Gehirn benötigt, kann er problemlos aus Früchten, Gemüse, Reis, Brot, Kartoffeln und Fleisch gewinnen. Und das ist natürlich viel besser für unseren Körper und unsere Gesundheit.


Problem Nr. 2: Unser Körper ist abhängig. Ja quasi süchtig nach Zucker. Wie ein Raucher sein tägliches Nikotin braucht, braucht unser Körper den schlimmen Haushaltszucker. Wenn wir beispielsweise Schokolade essen, bekommen unsere Muskeln und unser Gehirn nicht nur einen Extraschub Energie, sondern es wird auch dafür gesorgt, dass unser Gehirn das Eiweiß Tryptophan besser aufnehmen kann, welches dann in unserem Gehirn in das Hormon Serotonin umgewandelt wird. Dieses sorgt ganz einfach für gute Laune. Sprich, wir sind happy, zufrieden und fühlen uns glücklich.

Und nach genau diesem Gefühl, sehnt sich unser Körper. Klar, wer auch nicht. Doch trainieren wir unseren Körper nicht, dieses Gefühl auch in anderen Situationen im Leben zu erlangen, greifen wir immer wieder unterbewusst auf die bequeme Variante zurück. Dabei ist meiner Meinung nach das Gefühl nach einem guten Workout und einer frischen Duschen mindestens 10 mal so schön. Aber das sei mal dahingestellt.


Problem Nr. 3: Was lernen wir also daraus? Zucker kann also im Gegenzug, nämlich dann, wenn wir nach einem „Zuckerhoch“ in ein „Tief“ fallen auch schlaff, antriebslos, müde, depressiv und krank machen. Unser Insulinspiegel wird durch Süßigkeiten und Industriezucker komplett durch die Decke gejagt. Kurz danach fällt er wieder in den Keller. Eine Achterbahnfahrt. Unser ganzer Körper spielt verrückt. Laut dem Zentrum der Gesundheit kann Zucker die folgenden Symptome auslösen oder an deren Entstehung mit beteiligt sein:

Unerklärliche Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme wie Völlegefühle, Blähungen, Durchfall und Verstopfung, Haarausfall, Hautkrankheiten, Pilzbefall, Menstruationsbeschwerden, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche - bis hin zu geistiger Verwirrtheit und anderem mehr. Was von besonderem Interesse ist: Der Körper wird anfällig für "Infektionskrankheiten". Sein Immunsystem ist am Boden und nicht mehr fähig, den Körper angemessen zu schützen.



Wahnsinn. Nachdem ich so viel recherchiert habe, bin ich selbst ganz überrascht. Ich denke meine 40 Tage Zuckerverzicht werde ich nun noch motivierter durchziehen.

Was passiert nun, wenn man auf Zucker verzichtet?


Ich werde euch natürlich berichten, was sich bei mir nach meinen 40 Tagen ohne Zucker verändert hat. Ich denke, jeder von uns ist einzigartig und individuell und jeder wird andere Anzeichen oder Veränderungen spüren. Doch natürlich konnte ich es nicht lassen und musste ein bisschen recherchieren. Das passiert also mit uns, wenn wir für längere Zeit auf Zucker verzichten:

  • Bewusstsein darüber, wieviel Zucker wir wirklich zu uns nehmen und in welchen Lebensmitteln Zucker versteckt ist

  • Man fühlt sich aktiver, wacher und scheinbar auch konzentrierter, nachdem man die schlimmsten Tage „überstanden“ hat.

  • Man hat mehr Energie über den Tag verteilt und fällt auch nicht mehr in das bekannte „Nachmittags- oder Mittagstief“.

  • Die Haut verbessert sich und Unreinheiten verschwinden.

  • Man entdeckt seine Liebe zum Kochen (wenn das nicht schon passiert ist) und lernt frische und gesunde Mahlzeiten zuzubereiten.

  • Unsere Geschmacksnerven im Mund verändern sich so stark, dass wir selbst eine rote Paprika als richtig süß empfinden.

  • Unser Herzkreislaufsystem verbessert sich.

Ich denke das reicht für das erste. Diese Punkte sprechen für sich. Wer ist also dabei und verzichtet mit mir bis Ostern auf Industriezucker?



Im nächsten Blogbeitrag verrate ich euch meine persönlichen Highlights, wenn es um zuckerfreie und gesunde Rezepte geht. Falls euch doch einmal der Heißhunger auf Zucker überkommt, habe ich tolle Alternativen für euch, die super easy zuzubereiten sind und ganz ohne raffinierten Zucker herrlich süß schmecken.